


1. Anforderungen
Im Bereich der Landwirtschaft ist ein rauher Betrieb unter harten Einsatzbe-dingungen der normale Alltag; Geräte und Maschinen müssen mit einem Minimum an Wartung und Pflege auskommen (Abb. 1).
Abb. 1: Mähdrescher beim Ernteeinsatz
Abb. 2: Landwirtschahftliche Maschinen- und Lagerhalle in
Stahlleichtbauweise- natürlich feuerverzinkt
2. Einsatzbedingungen
Nach wie vor bestehen viele der technischen Einrichtungen und Geräte in einem landwirtschaftlichen Betrieb aus Stahl. Zäune, Tore, Hallen, Stalleinrichtungen, Gewächshäuser, Geräte, Behälter sind typische Beispiele hierfür. Der Einsatz von Stahl erfordert jedoch auch die Verwendung eines geeigneten Korrosions-
schutzes. Das Feuerverzinken bietet die Möglichkeit, Stahl optimal zu schützen.
Zwar ist saubere Landluft aus korrosionstechnischer Sicht ein recht problemloses Medium. In der Landwirtschaft gibt es jedoch eine Vielzahl von anderen festen, flüssigen und gasförmigen Medien mit teilweise stark korrosiven Eigenschaften.
Bei Stalleinrichtungen kommt es zu sehr hohen korrosiven Belastungen durch Kot, Harn und sonstige Verschmutzungen. In den Stallungen selbst sind eine erhöhte Temperatur, eine hohe Feuchtigkeit und erhöhte Gehalte an Ammoniak als Folge von tierischen Exkrementen festzustellen.
Bei Geräten und Betriebseinrichtungen sind Schmutz und Ablagerungen sowie Feuchtigkeit vorhanden, die ebenfalls die Korrosionsbelastung, besonders in ungünstigen, schlecht zugänglichen Bereichen, erhöhen können.
Unter diesen Bedingungen werden erhöhte Anforderungen an die Leistungs-fähigkeit eines Korrosionsschutzsystems gestellt. Es muß widerstandsfähig, dauerhaft, strapazierfähig, abriebfest und natürlich kostengünstig sein.
3. Landwirtschaftliche Gebäude
Moderne Stahlkonstruktionen bieten den Vorteil großer Spannweiten, die es ermöglichen, den Innenraum optimal zu nutzen (Abb. 2).
Bei Siloanlagen bietet Stahl den Vorteil von geringem Eigengewicht, verbunden mit hoher Belastbarkeit und günstigen Kosten. Durch die Feuerverzinkung können Bleche, Stützen und Profile für viele Jahre vor Korrosion geschützt werden.
Bei Getreide muß der Wassergehalt innerhalb weniger Tage auf unter 14 % ge-
senkt werden, damit es lagerfähig wird. Für die Lagerung haben sich zylindrische wie auch viereckige Stahlsilos in Standardabmessungen bestens bewährt.
Stationäre Güllesilos kommen aufgrund gesetzlicher Forderungen immer mehr zur Anwendung. Auch unter diesen Einsatzbedingungen bietet feuerverzinkter Stahl, gegebenenfalls in Kombination mit einer zusätzlichen Beschichtung, einen hervorragenden Korrosionsschutz (Abb. 3).
Abb. 3: Güllesilo und Gülletankwagen in feuerverzinkter Ausführung
(der Güllesilo ist zusätzlich beschichtet)
Abb. 4: Großraumgewächshaus in stützenfreier Bauweise ermöglicht
unbehinderten Maschineneinsatz- Stahlkonstruktion feuerverzinkt
Abb. 5: Bullenlaufstall mit feuerverzinkter Stalleinrichtung
4. Stalleinrichtungen
Je nach Tierart oder Zweck der Unterbringung gibt es eine breite Palette von Stalleinrichtungen (Trennbügel, Gitter, Anbindevorrichtungen, Gleitstäbe, Freßgitter); sie alle unterliegen mehr oder weniger hohen korrosiven Belastung-
en. Gute Raumlüftung und Sauberkeit verhindern einen nennenswerten Korrosionsangriff auf die Zinkschicht.
Ein mechanischer Abrieb durch Scheuern der Tiere oder durch Gleiten von Anbindevorrichtungen kann unter Umständen vorkommen, er stellt jedoch im Regelfall kein gravierendes Korrosionsproblem dar (Abb. 4). Der eigentlich gefährliche Angriff auf die Zinkschicht erfolgt vielmehr in Bodennähe, hier insbesondere am Übergang des einbetonierten Pfostens am Stallboden. Hier greifen Kot, Harn und Feuchtigkeit konzentriert an. Unter bestimmten Voraus-
setzungen ist Zink gegen Gülle, die Ammoniak enthält, nicht sehr empfindlich (man denke nur an Jauchefässer, die bei richtiger Pflege eine jahrzehntelange Lebensdauer aufweisen). Entscheidend bei dem konzentrierten Angriff sind also nicht so sehr Kot oder Harn selbst, sondern die damit verbundene Dauerbe-
feuchtung an den Übergangsssteilen zum Stallboden. Innerhalb dieser kritischen Zone kann mitunter die Ausbildung einer schützenden Deckschicht durch die Einwirkung der angreifenden Stoffe unterbunden werden. Deshalb ist eine regelmäßige Reinigung dieser Bereiche unverzichtbar.
Eine wirtschaftliche und einfach durchzuführende Schutzmaßnahme ist das Aufbringen einer zusätzlichen Beschichtung im Bereich der Bodenzone. Geeignet hierfür sind z.B. phenolfreie Asphalt- oder Teerbeschichtungen, die etwa 25 - 30 cm von der Bodenoberkante aus aufgetragen werden; u. U. kann man auch das Pfostenende vor dem Einbetonieren in einen entsprechenden Behälter mit der Beschichtung eintauchen. Hierdurch läßt sich eine mögliche Problemzone ohne großen Aufwand beseitigen.
5. Maschinen und Geräte
Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte zählen zu den kostenintensivsten Investitionen, ohne die jedoch heute kein Landwirt mehr auskommt. Typische Bespiele für die Arbeit im Gelände sind Traktoren, Anhänger, Düngerstreuer, Flüssig- und Festmistgeräte, Bodenbearbeitungsgeräte, Mähdrescher, Pflanzen-
schutzgeräte und Beregnungsanlagen. In den Gebäuden und Stallungen gibt es Futterautomaten, Futtermischer, Förder- und Greiferanlagen, Häckselmaschinen, Melkstände und vieles mehr.
Die korrosiven Belastungen sind je nach Art und Einsatzzweck der Maschinen sehr unterschiedlich; häufig kommen zur chemischen Korrosionsbelastung noch mechanische oder thermische Belastungen hinzu. Es muß daher für jeden Belastungsfall sehr differenziert ein geeigneter Korrosionsschutz eingesetzt werden. In vielen Fällen sind wesentliche Bestandteile derartiger Maschinen und Geräte, dort wo sie einer erhöhten Korrosionsbelastung ausgesetzt sind, durch Feuerverzinken geschützt.
6. Gewächshäuser
Im Bereich des Erwerbsgartenbaus gehören Gewächshäuser aus feuerverzinktem Stahl seit Jahrzehnten zum bekannten Bild. Große, stützenfreie Überspannung von Flächen, eine filigrane und trotzdem stabile Tragwerkskonstruktion sind hierfür kennzeichnend (Abb. 5). Erst durch eine möglichst stützenfreie Konstruk-
tion wird der Einsatz von Maschinen und Geräten in Gewächshäusern wirtschaft-
lich möglich. Die Stahlkonstruktion muß in der Lage sein, den korrosiven Be-lastungen (Feuchtigkeit, Temperatur und chemischer Angriff) von der Innenseite der Gewächshäuser zu widerstehen, ebenso muß das Gewächshaus auch von der Außenseite in der Lage sein, der natürlichen Witterung und ggf. auch Sturm und Schnee standzuhalten. Feuerverzinkter Stahl bietet hierfür die besten Voraussetzungen.

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