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Feuerverzinkte Hochwasserschutzbauten






Betriebsgebäude des Rheinpolders Söllingen-Greffern

Der Rheinpolder Söllingen-Greffern bei Baden-Baden vermindert die Hochwassergefahren in den rheinabwärts gelegenen Gebieten. Sein Überschwemmungsgebiet kann 12 Millionen Kubikmeter Rheinwasser aufnehmen und wird bei Hochwassergefahr geflutet.

Rund 100 Bauwerke von einfachen Durchlässen über Dämme bis zur Betriebszentrale wurden errichtet, um im Hochwasserfall Wasser aus dem Rhein entnehmen zu können. Alle von Günter Leonhardt & Associates, Stuttgart hierzu entwickelten Bauten des Rheinpolders Söllingen-Greffern sind Teil eines ganzheitlichen Gestaltungskonzeptes, bei dem die Feuerverzinkung eine zentrale Bedeutung besitzt. Dies gilt in besonderem Maße für die Betriebszentrale, die Schöpfwerke und dezentrale kleinere Technikgebäude.

Da sich die Bauwerke zumeist außerhalb bewohnter Ortschaften befinden, waren robuste und Vandalismus sichere Konstruktionen erforderlich, die auch bei Abwesenheit des Betriebspersonals den erforderlichen Schutz der technischen Einrichtungen gewährleisten können. Vor diesem Hintergrund, aber auch aus gestalterischen Überlegungen, integrierten Günter Leonhardt & Associates die Gebäude möglichst in die Dammbauwerke. Die Architektur wird so zum integrativen Bestandteil und verbindet sich mit der sie umgebenden Rheinpolder-Landschaft. War die ganze oder teilweise Freistellung von Bauwerken aus betriebtechnischen Gründen notwendig, so wurden die Gebäude mit einer hinterlüfteten Fassade aus 3 Millimeter starken feuerverzinkten Stahlblechplatten versehen.

Betriebszentrale
Die Betriebszentrale beherbergt die Steuerzentrale für den Rheinpolder, den Betriebshof mit Sozialräumen und die Ruheräume für das Personal bei Hochwasserkatastrophen. Zusätzlich sind eine Werkstatt und mehrere Garagen untergebracht. Da die Steuerzentrale Ausblicke in den Betriebshof, die Zufahrt und über einen angrenzenden Polderbereich gewährleisten muss, konnte bei diesem Bauwerk auf verglaste Flächen nicht verzichtet werden. Bei Abwesenheit des Betriebspersonals können die Fensterflächen vollständig mit feuerverzinkten Stahlblechelementen verschlossen werden. Während des Betriebes dienen die nach oben hochklappbaren Elemente zur Verschattung der Glasflächen.

Die Betriebszentrale wurde als Stahlbetonmassivbau ausgeführt und mit einer hinterlüfteten, feuerverzinkten Stahlblechfassade versehen und konnte auf diese Weise sehr wirtschaftlich realisiert werden. Trotz des architektonischen Anspruchs des Gebäudes werden die Baukosten vom Landesrechnungshof als durchschnittlich bewertet. Um auch im Hochwasserfall sicher zu funktionieren ist die Betriebszentrale energieautark. Die Beheizung im Winter und Kühlung im Sommer wird durch den Einsatz von Erdsonden in 85 Meter Tiefe sichergestellt. Die elektrische Energie für den Betrieb der Wärmepumpe wird über die Windkraft mit einer 6 KV-Windturbine gewonnen.

Schöpfwerke

Mehrere Schöpfwerke dienen als Pumpanlage bei Rhein-Hochwasser. Das auf der Landseite ankommende Wasser von Rheinzuflüssen wie dem Wörthgraben oder der Acher wird zur Vermeidung von landseitigen Überschwemmungen über die Dammanlagen in die Überschwemmungsbereiche des Polders gepumpt.

Die Schöpfwerke wurden ebenfalls als Stahlbetonmassivbau mit einer gedämmten, hinterlüfteten Stahlkonstruktion aus feuerverzinkten Stahlblechplatten realisiert. Die Blechplatten wurden allerdings demontierbar ausgeführt, um Pumpen,
Transformatoren, Notstromaggregate und andere Elemente austauschen zu können. Auch hier gab es keine wirtschaftliche Alternative zur feuerverzinkten Stahlblechfassade, die mit Bravour die gestellten Kernanforderungen wie Vandalismussicherheit, Nicht-Brennbarkeit und gute Demontierbarkeit erfüllt.

Dezentrale Technik-Kleinbauwerke

Im Gebiet des Rheinpolders entstanden zahlreiche kleinere Technikbauten. Sie dienen zur Unterbringung von Verteilungs- und Steuereinrichtungen für Durchlässe und Wehre und als Entnahmebauwerke. Die Kleinbauwerke wurden als feuerverzinkte Stahlkonstruktionen geplant und ebenfalls mit Stahlblechplatten verkleidet.

Der Rheinpolder Söllingen-Greffern sichert ein weites Gebiet vor dem Hochwasser. Die hierzu entstandenen funktionsgerechten Bauwerke wurden wirtschaftlich realisiert und auf einem für derartige Bauwerke hohen architektonischen Niveau umgesetzt. Zur robusten und langlebigen, feuerverzinkten Stahlblechfassade gab es keine wirkliche Alternative.


Abb. 1: Die Betriebszentrale wurde mit einer hinterlüfteten, feuerverzinkten Stahlblechfassade versehen.

Abb. 2:
Die Fensterflächen können außerhalb der Betriebszeiten mit feuerverzinkten Stahlblechelementen verschlossen werden.

Abb. 3:
Mehrere Schöpfwerke mit feuerverzinkter Stahlfassade dienen als Pumpanlage bei Rhein-Hochwasser.

Abb. 4: Zahlreiche, dezentrale Technik-Kleinbauwerke wurden als feuerverzinkte Stahlkonstruktionen geplant und ebenfalls mit Stahlblechplatten verkleidet.

 

Backgrounder: Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten mit 108 Mitgliedern rund 75% des deutschen Feuerverzinkungsmarktes. Im Jahr 2006 wurden von der Branche in Deutschland ca. 1,4 Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u.a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com.


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