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Langversion: Industrieverband Feuerverzinken wird 50 Jahre alt - Ein halbes Jahrhundert im Kampf gegen den Rost





„Die deutsche Feuerverzinkungsindustrie hat in den letzten 50 Jahren mehr als 45 Millionen Tonnen Stahl stückverzinkt“, erklärte Gerd Deimel, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes Feuerverzinken auf der Jubiläumspressekonferenz des Industrieverbandes Feuerverzinken und ergänzt „Als Korrosionsschützer leisten wir einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zur Erhaltung von Werten. Unsere Branche ist klein, aber von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. 50 Jahre Industrieverband Feuerverzinken bedeuten 50 Jahre im Kampf gegen den Rost.“

 

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland die ersten Feuerverzinkereien. Damals erfolgte das Feuerverzinken als rein handwerkliche Tätigkeit in kleinen Familienbetrieben. Verzinkt wurden leichte Blechwaren, wie Wannen, Eimer und Kannen. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Feuerverzinken zu dem bedeutenden industriellen Korrosionsschutzverfahren, das es heute ist. Einen nicht unbedeutenden Anteil daran hat der Industrieverband Feuerverzinken, dessen Gründungsdatum auf das Jahr 1958 zurückgeht.

 

Die Ziele der Verbandsgründung waren neben dem Aufbau einer verbandspolitischen Dachorganisation als Interessenvertretung die Entwicklung neuer Anwendungsfelder für das Feuerverzinken und die Schaffung der technischen Voraussetzungen dafür. Die sich zu dieser Zeit abzeichnende Verdrängung feuerverzinkter Blechwaren durch Kunststoffprodukte und das Abflachen des Nachkriegsbooms im Bausektor waren Herausforderungen, denen man besser als Branche in einem Verband, denn als Einzelunternehmen begegnen konnte. Es galt einerseits neue Märkte zu erschließen und andererseits die bisher eher handwerklich betriebenen Anlagen auf industrielle Fertigungsmethoden umzustellen. Schon zur Gründungszeit standen also Themen wie Branchenmarketing, damals noch Gemeinschaftswerbung genannt sowie technische Fragestellungen im Vordergrund der Verbandsarbeit. Dies ist prinzipiell bis heute so geblieben. Der Industrieverband Feuerverzinken ist noch immer Motor und Katalysator für Veränderungen in der Branche - egal, ob sie den Bereich Markt oder Technik betreffen.

 

Anstieg der Mitgliederzahlen
42 Verzinkereien gehörten zu den Gründern des Industrieverbandes Feuerverzinken. Danach wuchsen die Mitgliederzahlen kontinuierlich an und erreichten 1992 ihren Höhepunkt. Als positives Ergebnis der Wiedervereinigung zeigten auch die Feuerverzinkereien auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ein großes Interesse an einer Verbandsmitgliedschaft, sodass 1992 121 Werke als Mitglieder gezählt wurden. In den Folgejahren kam es auch aufgrund eines wirtschaftlichen Abschwungs zu einer Konsolidierung in der deutschen Verzinkungslandschaft. Heute gehören dem Industrieverband Feuerverzinken 112 Werke an.

 

Positive Tonnageentwicklung
Im Zeitraum 1959 bis 1974 prägte ein rasantes Wachstum die Entwicklung des Lohnverzinkungsdurchsatzes in der noch jungen Verbandsorganisation. Die Lohnverzinkungstonnage entwickelte sich bis auf marginale Rückgänge in einzelnen Jahren durchgängig positiv und zufrieden stellend.

 

Während zunächst ausschließlich Lohnverzinkungsbetriebe Mitglied im Verband waren, traten 1974 auch die Eigenverzinker dem Industrieverband Feuerverzinken bei. Der Industrieverband Feuerverzinken hatte damit das Mandat, die gesamte Stückverzinkungsbranche zu vertreten und war ab diesem Zeitpunkt in der Lage, branchenrelevante Durchsätze statistisch darzustellen.

 

Die Entwicklung der Branche über die Jahrzehnte zeigt ab Mitte der 70er Jahre ein sehr heterogenes Bild. Während die 2. Hälfte der 70er und die erste Hälfte der 80er Jahre von wenigen Ausnahmen abgesehen kontinuierliche Durchsatzsteigerungen verzeichneten, schloss sich ab 1986 eine Phase explosionsartigen Wachstums mit durchschnittlichen Wachstumsraten von jährlich 11% an, die im Jahre 1995 in einem Brachendurchsatz von 1,56 Mio. Tonnen gipfelte, ein Wert, der danach nie wieder erreicht wurde.

 

Ein wichtiger Grund für diese starken Zuwächse waren die zunehmende Erschließung von Schlosserprodukten wie Geländer, Türen, Tore und Treppen für das Feuerverzinken. Ab 1985 wurden zusätzlich erhebliche Marktanteile im Stahlbau dazu gewonnen und schließlich spielten ab 1989-1995 auch Effekte der Wiedervereinigung eine Rolle. Die darauf folgende Phase der Konsolidierung über rund 5 Jahre wurde dann ab 2001 durch eine Rezession abgelöst.

 

Die deutsche Feuerverzinkungsindustrie durchschritt ein Tal der Tränen. Drastische Mengeneinbußen verbunden mit einem Verfall der Preise setzten den Verzinkereien stark zu. Einige Verzinkungsunternehmen waren gezwungen aufzugeben. Die meisten Verzinkereien nutzten die schweren Jahre, um umfangreiche Rationalisierungen durchzuführen, noch vorhandene Kosteneinsparungspotenziale zu nutzen und Märkte außerhalb des konjunkturanfälligen Bausektors zu bearbeiten. Mit der Verzinkung von Nutzfahrzeugen, insbesondere Lkw-Trailern, wurde ein neuer großer Markt erschlossen. Nach ersten positiven Signalen im Jahr 2005 wendete sich ab 2006 das Blatt. Mit einer Tonnage von 1,4 Millionen Tonnen konnte wieder an alte Durchsätze angeknüpft werden, und das Ergebnis des Jahres 2007 gehört zu den besten in der Geschichte der deutschen Feuerverzinkungsindustrie.

 

Kontinuierliche Weiterentwicklung des Verfahrens
Das Grundprinzip des Feuerverzinkens ist seit seiner Erfindung gleich geblieben. Noch immer wird Stahl in flüssiges Zink getaucht. Während der letzten 50 Jahre hat es jedoch eine Fülle von Innovationen gegeben, die das Feuerverzinken zu einem modernen industriellen Prozess machen. Automatische Anlagensteuerungen sind heute weit verbreitet und lassen die Steuerung von Abläufen per Joystick zu. Komplexe Krananlagen bewegen tonnenschwere Lasten in einem hochkorrosiven Umfeld. Beim Bau der Verzinkungsbäder scheint es keine Begrenzungen nach oben zu geben. Badlängen von bis zu 20m werden mittlerweile erreicht.

 

Der Energieverbrauch konnte durch den Einsatz verbesserter Brennertechnologie, durch optimierte Badabdeckungen während der Wartungs- und Ruhezeiten sowie durch die Nutzung der Abwärme für die Beheizung von Vorbehandlungsbädern und Büro- und Sozialräumen erheblich reduziert werden. Emissionen, die beim Feuerverzinken entstehen, werden gefiltert und kontrolliert, um negative Einflüsse auf die Umwelt zu vermeiden. Das Auffangen entstehender Emissionen durch Einhausung des Verzinkungskessels oder durch Randabsaugung und die Verminderung von Staubemissionen ist heute ein Standard. Prozess-Verbrauchsstoffe wie Salzsäure und Flussmittellösungen werden kreislaufwirtschaftlich recycelt oder wieder aufbereitet.

 

Auch die metallurgischen Zusammenhänge beim Feuerverzinken wurden in den vergangenen 50 Jahren intensiv erforscht und haben zu einer Verbesserung der Verzinkungsqualität geführt. Von Universitäten und Forschungsinstituten wurden in jüngerer Zeit zudem ökobilanzielle Vergleiche durchgeführt, die ergaben, dass das Feuerverzinken deutlich nachhaltiger ist als andere Korrosionsschutzsysteme.

 

Herausforderungen für die Zukunft
Damit die Feuerverzinkungsindustrie auch zukünftig wettbewerbsfähig und erfolgreich am Markt zu sein kann, wird sich der Industrieverband Feuerverzinken in den nächsten Jahre auf drei Schwerpunkthemen konzentrieren. Dies sind verstärkte Forschungsaktivitäten, der Ausbau des Weiterbildunsangebotes sowie die Durchführung einer umfassenden Werbekampagne.

 

Im Gegensatz zur Vergangenheit, in der eher retrospektiv geforscht wurde, soll verstärkt eine zukunftsorientierte Forschung forciert werden, bei der klare Forschungsziele zur Verbesserung der Produktqualität erreicht werden sollen.

 

Im Bereich der Weiterbildung und Personalentwicklung, in dem durch die Schaffung des Ausbildungsberufes „Oberflächenbeschichter“ ein wichtiger erster Schritt erfolgte, soll ein modulares und auf einander aufbauendes Weiterbildungsangebot für alle Positionen in der Feuerverzinkungsindustrie geschaffen werden.

 

Eine im November 2008 startende Imagekampagne zum Feuerverzinken soll vorhandene Marktanteile insbesondere im Stahlbau ausbauen und neue Märkte im Nutzfahrzeugbereich erschließen.
„Mit der Umsetzung dieser Schwerpunkte machen wir unsere Branche fit für die Zukunft. Die mittelständisch geprägte Feuerverzinkungsindustrie benötigt auch zukünftig einen starken Verband, der Branchen übergreifende Technik-, Weiterbildungs- und Marketingleistungen übernimmt“, kommentiert Deimel die Bedeutung des Industrieverbandes Feuerverzinken für die Verzinker.

 

Abbildungen

Abb. 1: Im 20. Jahrhundert entwickelten sich die eher handwerklich geprägten Feuerverzinkereien zu modernen Industrieunternehmen.


Abb. 2: Die Mitgliederzahlen des Industrieverbandes Feuerverzinken stiegen seit seiner Gründung im Jahr 1958 deutlich an.


Abb. 3: Die Lohnverzinkungstonnage konnte von 1959 bis 1974 kontinuierlich gesteigert werden.


Abb. 4: Der Branchendurchsatz aus Lohn- und Eigenverzinkung entwickelt von 1975 bis 2007 mit Einschränkungen positiv.

 

Backgrounder:
Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten mit 112 Mitgliedern rund 75% des deutschen Feuerverzinkungsmarktes. Im Jahr 2007 wurden von der Branche in Deutschland ca. 1,4 Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u. a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com.

 


Download Pressetext

Industrieverband_Feuerverzinken_wird_50_Jahre_alt.doc   29 K

Download Abbildungen

Abb._1_Collage_50_Jahre.jpg   0.9 M
Abb._2_Mitgliederentwicklung_1958-2008.jpg   257 K
Abb._3_Lohnverzinkungstonnage_1959_-_1974.jpg   451 K
Abb._4_Branchendurchsatz_1975_-_2007.jpg   330 K

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