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Die Feuerverzinkungsindustrie 2003 – eine Branche blickt nach vorn

Die Feuerverzinkungsindustrie ist eine typische mittelständische Branche, deren Betriebe als Spezialisten im Bereich des Korrosionsschutzes von Stahl überwiegend im Auftrage ihrer Kunden arbeiten. Die ca. 185 Betriebe dieser Branche mit  etwa 5.000 Beschäftigten bearbeiten dabei insgesamt knapp 1,35 Millionen Tonnen Stahl im Verfahren der Stückverzinkung.

Auf ihrer Jahrespressekonferenz Anfang Oktober in München wurden die aktuellen Branchenzahlen vom Vorsitzenden des Industrieverbandes Feuerverzinken e.V. , Dipl.-Volkswirt Ulrich Henssler (Abb. 1), vorgestellt. Die Daten zeigen eine schwierige Situation, jedoch mit positiven Aussichten. Signale für eine Belebung der Geschäftstätigkeit sind  erkennbar, sie werden jedoch erst im kommenden Jahr Wirkung zeigen.

 

Ende der Talfahrt in Sicht

Trotz erheblicher Nachfrageschwächen in den zurückliegenden Monaten zeigen die Entwicklungen der jüngsten Zeit eine leichte Belebung der Geschäfts- und Nachfragetätigkeit im Bereich der Feuerverzinkung; die Erlöse haben sich leicht verbessert.

Wegen des zur Zeit harten Wettbewerbs und nach wie vor hoher Kapazitäten gehen Fachleute davon aus, dass die Branche noch in erheblichen konjunkturellen und strukturellen Schwierigkeiten steckt. Die festgestellte leichte Erholung der Geschäftstätigkeit hat noch keine stabile, von einer grundlegenden Verbesserung der Wirtschaftsindikatoren getragene Basis. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass sich im Verlaufe des 4. Quartals sowie des kommenden Jahres die lang erwartet Belebung festigen könnte.

Nach wie vor ist die aktuelle Situation der Feuerverzinkungsbranche geprägt von einer  schwachen Nachfrage und einem harten Wettbewerb untereinander.

Der Durchsatz aller Mitgliedswerke des Industrieverbandes Feuerverzinken (Lohn- und Eigenverzinkung) ging im Jahr 2002 um ca. 9% zurück und lag damit zum Jahresende bei insgesamt knapp 1 Millionen Tonnen verzinkten Stahl.

 

Abhängigkeit von der Bauindustrie verringert

Innerhalb der einzelnen Marktsegmente war naturgemäß insbesondere der Bereich des Bauwesens und des Stahlbaus rückläufig, weniger hart betroffen von der allgemeinen Entwicklung war der Bereich der feuerverzinkten Serienteile und der Stahlkonstruktionen für das Transport- bzw. Verkehrswesen (Abb. 2). Die Lohnverzinkung war von dieser rückläufigen Entwicklung stärker betroffen als die sog. Eigenverzinkung.

Nicht nur saisonbedingt zeigte auch der Start in das Jahr 2003 ein weiteres Abflauen der Geschäftstätigkeit  in der Branche der Feuerverzinker. Im 1. Quartal 2003 sanken die Umsätze der Verzinkereien nochmals um 5,5% im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum.

Erste Zeichen für einen Wandel wurden im 2. Quartal des Jahres erkennbar. Die Durchsätze zogen leicht an; ob dieses bereits Indikatoren für eine stabile Belebung sind, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Feuerverzinker sind zuversichtlich, dass die Abwärtsentwicklung ein Ende gefunden hat und es im 4. Quartal 2003 zu einer leichten, im Verlaufe des Jahres 2004 zu einer tragfähigen Belebung der Nachfrage kommen wird.

Unabhängig von der zukünftigen Entwicklung ist es jedoch erforderlich, dass die Feuerverzinker vorhandene, überwiegend hausgemachte Probleme der Branche (wie z.B. vorhandene regionale Überkapazitäten) selbst lösen und sich den Markterfordernissen anpassen. Innerhalb von Europa ist in Deutschland mit etwa 185 Betrieben ein hoher Bestand vorhanden (Abb. 3); regionale Überkapazitäten sind das Ergebnis.

 

Neue Marktsegmente werden für das Feuerverzinken erschlossen

Da zur Zeit die konjunkturellen Rahmenbedingungen im Bereich des Bauwesens noch keine spürbare Belebung erkennen lassen, sehen die Feuerverzinker auch keine nennenswerten  Impulse aus dieser Richtung. Die Bemühungen der Branche konzentrieren sich daher darauf, andere Marktsegmente für das Feuerverzinken zu erschließen. Hierbei werden Erfolge insbesondere im Bereich des Transportwesens und der Nutzfahrzeugindustrie (Abb. 4) sichtbar, die ebenfalls dazu beitragen können, die Abhängigkeit der Branche von der Bauindustrie in Zukunft zu verringern.

Die Feuerverzinker sind zuversichtlich, diesen Schritt erfolgreich zu schaffen.

 








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