
Bei der Erstellung von Umweltbilanzen sind neben der Nachhaltigkeit der Produkte auch die ökologischen Merkmale des Herstellungsverfahrens von Bedeutung. Das Feuerverzinken besitzt in beiden Bereichen klare Stärken. Die hohe Langlebigkeit und gute Recyclingfähigkeit gehören auf der Produktseite dazu. Verfahrensseitig konnten durch Umweltmanagementmaßnahmen in den vergangenen Jahren deutliche Effizienzsteigerungen erreicht werden.
Diese liegen vor allem im Bereich des Energieverbrauchs und der Rückgewinnung und Wiederverwendung von Verbrauchsmaterialien. Der vergleichsweise einfache Feuerverzinkungsprozess, dessen Umwelteinfluss leicht zu kontrollieren ist, wird in industriellen Anlagen ausgeführt. Ein dichtes Netz an Feuerverzinkungsanlagen gewährleistet, dass zu verzinkender Stahl keine weiten Wege zu einer Verzinkerei zurücklegen muss. Transportkosten und die Auswirkungen auf die Umwelt werden so minimiert.
Beim Feuerverzinken wird Stahl in ein 450°C heißes Zinkbad getaucht. Zink, das Hauptverbrauchsmaterial beim Verzinken, wird dabei sehr effizient verwendet. Das Zink, das nicht als Überzug auf dem Stahl haften bleibt, gelangt in das Zinkbad zurück. Es entsteht kein Materialverlust wie bei anderen Korrosionsschutzverfahren, beispielsweise beim Beschichten durch Sprühen. Zinkasche, die sich an der Oberfläche des Zinkbades bildet und Hartzink, das sich am Boden des Zinkbades sammelt, werden recycelt, teilweise sogar schon in der Verzinkerei.
Energieeffizienz Zum Heizen des Feuerverzinkungsbades wird zumeist Erdgas verwendet, in seltenen Fällen auch elektrischer Strom und Heizöl. Steigerungen der Energieeffizienz wurden durch den Einsatz verbesserter Brennertechnologie, durch optimierte Badabdeckungen während der Wartungs- und Ruhezeiten sowie durch die Nutzung der Abwärme für die Beheizung von Vorbehandlungsbädern und Büro- und Sozialräumen erreicht.
Filtertechnik und Stoffkreisläufe Emissionen, die beim Feuerverzinken entstehen, werden gefiltert und kontrolliert, um negative Einflüsse auf die Umwelt zu vermeiden. Verzinkungsanlagen unterliegen der IVU-Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung. Die Feuerverzinkungsindustrie hat bei der Erarbeitung von BVT-Merkblättern (BREF) über die besten verfügbaren Techniken für das Feuerverzinken in einer Arbeitsgruppe aus Behörden, Industrievertretern und Umweltverbänden mitgewirkt. Hierzu gehört das Auffangen entstehender Emissionen durch Einhausung des Verzinkungskessels oder durch Randabsaugung und die Verminderung von Staubemissionen durch Gewebefilter oder Nassabscheider.
Vor dem eigentlichen Verzinken werden Stahlteile im Rahmen der Vorbehandlung gereinigt. Hierzu werden Prozess-Verbrauchsstoffe wie Salzsäure und Flussmittellösungen verwendet, die kreislaufwirtschaftlich recycelt beziehungsweise wieder aufbereitet werden.
- „Verbrauchte“ Salzsäurelösungen werden zur Produktion von Eisenchlorid verwendet, das bei der Aufbereitung von städtischem Abwasser genutzt wird. Nicht selten wird der Altsalzsäure Eisen und Zink entzogen und die aufbereitete Säure erneut für die Vorbehandlungim Feuerverzinkungsprozess eingesetzt. - Eine verbesserte Überwachung und Wartung der Flussmittelbäder führt dazu, dass nur geringe Mengen von Schlamm zur Entsorgung anfallen. Geschlossene Kreisläufe zum Flussmittel-Recycling sind ebenfalls ein Standard. - Die Verwendung einer biologischen Entfettung für Stahl schafft weitere Vorteile.
Optimierung des Wasserverbrauchs Verglichen mit anderen Korrosionsschutzverfahren werden beim Feuerverzinken relativ geringe Wassermengen verbraucht. Entsteht Abwasser, so wird es aufbereitet und wieder in den Prozess eingeleitet. Nur geringe Mengen von Festkörpern aus dem Aufbereitungsprozess müssen dabei extern entsorgt werden. Viele Feuerverzinkereien verzichten zudem auf die Verwendung von Leitungswasser und nutzen das am Standort anfallende Regenwasser.
Fazit: Durch umfassende Investitionen in neue Anlagentechnik und Umwelttechnologien hat die Feuerverzinkungsindustrie klare Effizienzsteigerungen und deutliche Verbesserungen in der Umweltbilanz erreicht. Für die Zukunft strebt die Branche ein nachhaltiges Wachstum an, das wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche und ökologische Verantwortung vereint.
Abbildungen: Abb. 1: Das Feuerverzinken ist sowohl als Verfahren als auch als Korrosionsschutz für Stahl nachhaltig.
Abb. 2: Feuerverzinkungsanlagen in Deutschland zeichnen sich durch geschlossene Stoffkreisläufe und moderne Filtertechnik aus.
Backgrounder: Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten mit 112 Mitgliedern rund 75% des deutschen Feuerverzinkungsmarktes. Im Jahr 2007 wurden von der Branche in Deutschland ca. 1,4 Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u. a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com.





|