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Feuerverzinkter Stahlskelettbau







Gläserne Waschstraße

 

Während Orte der Körperhygiene zu Objekten der Ästhetik werden, wäscht der Deutsche sein liebstes Kind, das Auto noch immer gerne in abweisend gestalteten Waschhallen. Eine Ausnahme stellt die von den Münchner Architekten Lydia Haack + John Höpfner, entworfene gläserne Waschstraße in Germering dar.

 

Funktional wird die dreischiffige Anlage bestimmt durch die beiden Seitentrakte des Stahlskelettbaus, die umlaufend mit Gußglasprofilscheiben verglast sind, und den Mittelteil, in dem die Fahrzeuge durch die Waschvorrichtungen gezogen werden. Der Kunde folgt außerhalb des Fahrzeugs im östlichen Trakt seinem Auto und erhält über Displays und integrierte Klarglasfenster Einblick in den Waschvorgang. Der westliche Trakt, ebenfalls beidseitig verglast, nimmt Technik und Nebenräume auf.

 

Bedingt durch die Funktion einer Waschanlage werden die Trennwände der Seitenflügel mit Nässe, Chemie, Lärm und Wasserdruck stark belastet. Sie werden bandartig umlaufend mit einer Aussenwandkonstruktion aus Profilglas umschlossen, die als 4 m hoher Screen den Baukörper umspannt und optisch auflöst.

 

Konstruktiv handelt es sich um einen Stahlskelettbau auf Betonbodenplatte mit einer Teilunterkellerung für Kompressoren und Pumpensumpf. Ein eingespannter Rahmen mit Kragarmen wird in Längsrichtung im Achsraster von 4,4, bzw. 2,2 m an den Endfeldern zum Rahmenwerk verbunden. Die Seitenflügel 2,0 bzw. 2,4 m breit werden an Boden und Decke mit einem Umlaufenden UPE 220 gerahmt. Insgesamt ist das Gebäude 9,30 m breit und 52 m lang.

 

Analog zu den transparenten Baustoffen ist die Wahl von feuerverzinktem Stahl funktional bestimmt. Alle linearen Stahlbauteile wurden duplexbeschichtet, d.h. feuerverzinkt und anschließend beschichtet. Das Duplex-System gewährt angesichts des aggressiven Klimas mit Hochdruckreinigern, abrasiven Stoffen und diversen Säuren und Laugen eine lange Lebensdauer der Stahlkonstruktion. Gestalterisch ermöglicht das feuerverzinkte Stahlskelett das filigrane, transparente Erscheinungsbild der Anlage.

 

Sauberkeit, Transparenz der eingesetzten Mittel und Technologien, sowie deren Vermittlung gegenüber dem Kunden wurden in dem Konzept der umlaufend verglasten Anlage aufgenommen und baulich thematisiert. Das Gebäude wird zu seinem eigenen Werbeträger. Nachts wird die Anlage zu einem Leuchtobjekt und zu einer vielschichtig illuminierten Kulisse in einer Inszenierung von Bewegung, Licht, Technik und Konstruktion.

 


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