
Landmarke am See
Mit der Errichtung des 22,50 m hohen Molenturms, gelegen an der Hafeneinfahrt des Bundesbahnhafens, erhielt die Stadt Friedrichshafen eine weit sichtbare Landmarke. Vor der heterogenen Silhouette der Altstadt und der Hafenbahnhofsarchitektur aus den 20er Jahren weist ein in seiner Formensprache reduziertes Bauwerk den Weg in die Stadt. Die Poesie des Einfachen war für den hierfür verantwortlichen Friedrichshafener Architekten und Stadtplaner, Dipl.-Ing. Thomas Hirthe, das Thema bei Entwurf und Planung.
Der Turm dient als Aussichtsturm und Hinweisträger für regionale Veranstaltungen. Zwei Plattformen auf den letzten beiden Ebenen bieten ca. 30 Personen den Blick über See, Berge und Stadt. Die wegbegleitende Beleuchtung ermöglicht eine uneingeschränkte Nutzung bei Nacht und zeigt sich als beleuchtete Vertikale weithin sichtbar. Der Molenkopf wird durch eine abgehängte Stahl-Glaskonstruktion überdacht.
Liegende Rechteck-Hohlprofile zeichnen die einzelnen Ebenen nach, eine halbgewendelte Treppe zum offenen See markiert den Weg bis zur vorletzten Etage und gibt dem Bauwerk durch die konstruktionsbedingte Geschlossenheit optischen Halt. Die Aussichtsplattformen werden durch eine einläufige Treppe verbunden und lösen sich in ihrer Erschließung bewusst von der Wendel. Das aufgelöste Schild im oberen Drittel erscheint durch die Anordnung der Lamellen von Weitem fast durchsichtig und verstellt nicht den Blick auf die Stadt.
Einfachheit und Klarheit kennzeichnen den Gedanken, die Konstruktion hinter den städtebaulichen Anspruch treten zu lassen. Stützen und Träger sind über diagonale Zugglieder ausgesteift. Dieses einfache Konstruktionsprinzip ist in allen Punkten durchgehalten und nachvollziehbar. Die Einzelteile waren ohne Sondermaßnahmen zu fertigen und zu transportieren und wurden verzinkt und beschichtet. Die Beschichtung im Duplex-System beschränkt sich auf die Farben Silbergrau und Anthrazit und trägt in ihrer Reduziertheit dem Gesamtanspruch des Bauwerks Rechnung. Das gewählte Duplex-System gewährleistet einen langlebigen, wartungsfreien Korrosionsschutz und hält den auftretenden mikroklimatischen Zusatzbelastungen durch Befeuchtung aufgrund der unmittelbaren Lage am Wasser gut stand.
Abbildung 1: Der Molenturm Friedrichhafen wurde feuerverzinkt und beschichtet.
Abbildung 2: Eine feuerverzinkte, halbgewendelte Treppe gibt dem Molenturm durch die konstruktionsbedingte Geschlossenheit optischen Halt.





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