
Neues Berufsbild für Feuerverzinker
Der Schutz von Stahl vor Korrosion ist eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe. Leider gibt es in diesem Bereich nur wenige ausgebildete Fachkräfte. Dies gilt auch für die Feuerverzinkungsindustrie. Feuerverzinker waren in der Vergangenheit angelernte Mitarbeiter, ohne anerkannte Ausbildung. Lediglich im Bereich der früheren DDR gab es einen qualifizierenden Ausbildungsgang.
Steigende Technisierung des Verfahrens, steigende Anforderungen der Auftraggeber und immer komplexere Abläufe führten zu immer höheren Anforderungen an die Mitarbeiter in den Betrieben. Um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können wurde innerhalb der Feuerverzinkungsindustrie über die Einführung eines qualifizierten Ausbildungsberufes nachgedacht. Auch war es ein verständlicher Wunsch der Mitarbeiter in dieser Branche, notwendiges Wissen und Fachkompetenz in ein anerkanntes Berufsbild einzubringen.
Nach mehreren Jahren der Zusammenarbeit mit allen verantwortlichen Stellen aus dem Bereich der Ausbildung wurde zum 1. September 2005 das neue Berufsbild des Oberflächenbeschichters eingeführt. Die Ausbildungsbereiche des Oberflächenbeschichters schließen nun mehrere Verfahren ein: Die Beschichtung und Veredelung durch elektrolytische Beschichtung, zu denen Galvanisieren und die ähnlich funktionierende Anodisationstechnik gehören, sowie Feuerverzinken und die Dünnschichttechnik. Alle zukünftigen Oberflächenbeschichter durchlaufen eine gemeinsame Grundausbildung, bevor sie sich im zweiten und dritten Lehrjahr auf ihre Fachgebiete spezialisieren, das auch ihr Ausbildungsbetrieb abdeckt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch die Ablegung einer Meisterprüfung in diesem Beruf möglich sein.
Mehr als 200 Jugendliche haben am 1. September 2005 eine Ausbildung als Oberflächenbeschichter begonnen, davon mehr als 20 in der Fachrichtung Feuerverzinken. Die schulische Ausbildung erfolgt in Form von Blockunterricht, um an zentralen berufsbildenden Schulen Ausbildungsschwerpunkte einrichten zu können.
Oberflächenbeschichter und -beschichterinnen erzeugen aus unterschiedlichen Materialien dekorative oder funktionelle Oberflächen. Der Industrieverband Feuerverzinken war einer der Initiatoren des neuen Berufsbildes. Die Bezeichnung des Berufsbildes wurde bereits im Oktober 2004 vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag festgelegt. Das bereits seit 1999 bestehende Berufsbild des Galvaniseurs wurde erweitert und in das Berufsbild des Oberflächenbeschichters integriert.
Die deutsche Feuerverzinkungsindustrie hat damit auf dem Gebiet der Qualifizierung von Mitarbeitern einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht. Mit der Ausbildung von jungen Leuten werden nicht nur die qualifizierten Facharbeiter von morgen ausgebildet, sondern diese Aktivitäten stellen auch ein gesellschaftspolitisches Engagement der mittelständischen Feuerverzinkungsindustrie und eine Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland dar.
Abb. 1: Seit August 2005 ist eine Ausbildung zum Feuerverzinker möglich.





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