Dauerhafte Waldnaab-Überquerung - Fußgängerbrücke wurde durch ein Duplex-System geschützt

Die oberpfälzische Waldnaab durchfließt ein malerisches Naturschutzgebiet. Im Rahmen der Besucherlenkung entstand eine Fußgänger- und Radwegbrücke über den kleinen Fluss. Hierdurch werden zwei bestehende Wanderwege innerhalb des Talraumes verlegt und der Lebensraum der dort ansässigen Tierarten optimiert.

Abb. 1: Feuerverzinkter Stahl ist „für eine Brücke dieser Spannweite die dauerhafteste Lösung“, so die Architekten.
  • Abb. 2: Die Fußgänger- und Radwegbrücke wurde feuerverzinkt und beschichtet.
  • Abb. 3: Die Brücke dient der Besucherlenkung im Bereich der Waldnaab-Auen.
  • Abb. 4: Zur Vermeidung von Kontaktkorrosion wurde der Eichenbohlenbelag durch eine Polyamid-Unterlage von der Stahlkonstruktion getrennt.

Entworfen wurde die Brücke von Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth. Das rund 45 Meter lange und geschwungene Stahlbauwerk passt sich in die vorhandene Topografie ein. Drei Brückenpfeiler und zwei Widerlager tragen die Brücke. Schlanke, feuerverzinkte Stahlprofile geben der Brücke in Verbindung mit einem Eichenholzbelag eine besondere Erscheinung. Die Architekten verwenden feuerverzinkten Stahl, weil dieser „für eine Brücke dieser Spannweite die dauerhafteste Lösung ist“. Zusätzlich erhielt die verzinkte Konstruktion eine Nassbeschichtung. Die Kombination aus Feuerverzinkung und Beschichtung, auch Duplex-System genannt, schafft einen extrem langlebigen und wartungsfreien Korrosionsschutz. Eine weitere sinnvolle Korrosionsschutzmaßnahme war die Trennung des gerbsäurehaltigen Eichenholzbelages und der Stahlkonstruktion durch eine Polyamidunterlage. Hierdurch wird Kontaktkorrosion vermieden.
 

Die Tragkonstruktion der Brücke wurde aus zwei gekrümmten Stahlhohlprofilen (300 x 300 Millimeter) mit einem lichten Abstand von 600 Millimeter zueinander erstellt, die durch Querprofile miteinander verbunden sind. Die Stützweiten, der aus zwei 2-Feld-Trägern bestehenden Brücke, betragen 8,18 beziehungsweise 13,48 Meter. Im Stoßbereich sind die Träger längsverschieblich und gelenkig miteinander verbunden. Aus gestalterischen Gründen wurde die Konstruktion mit feuerverzinkten Stahl-Bügeln in verschiedenen Höhen im Abstand von 45 Zentimetern eingerahmt. Sie erlauben Passanten reizvolle Aus- und Durchblicke.


Architekten:
Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth
Fotos: Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth
 

Backgrounder
Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten die deutsche Stückverzinkungsindustrie. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland ca. 2,0 Mio. Tonnen Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u. a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com.

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