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Leitfaden zum Korrosionsschutz - DIN EN ISO 14713 überarbeitet

Die alte DIN EN ISO 14713 von 1999 als allgemeine Norm für Metallüberzüge zum Korrosionsschutz von Stahl erwies sich als nicht ausreichend praxistauglich. Mit der Überarbeitung der Norm wurde das Ziel verfolgt, das Thema Korrosion von Stahl verständlicher darzustellen und den Weg zu einem möglichst effizienten Korrosionsschutz zu ebnen

Die alte DIN EN ISO 14713 von 1999 als allgemeine Norm für Metallüberzüge zum Korrosionsschutz von Stahl erwies sich als nicht ausreichend praxistauglich. Mit der Überarbeitung der Norm wurde das Ziel verfolgt, das Thema Korrosion von Stahl verständlicher darzustellen und den Weg zu einem möglichst effizienten Korrosionsschutz zu ebnen.

Die neue, seit 2010 gültige DIN EN ISO 14713 „Zinküberzüge – Leitfäden und Empfehlungen zum Schutz von Eisen- und Stahlkonstruktionen vor Korrosion“ besteht aus drei Teilen:
- Teil 1: Allgemeine Konstruktionsgrundsätze und Korrosionsbeständigkeit
- Teil 2: Feuerverzinken
- Teil 3: Sherardisieren

Galt die alte DIN EN ISO 14713 für Zink- und Aluminiumüberzüge, so beschäftigt sich die aktuelle Fassung der Norm ausschließlich mit Zinküberzügen als Korrosionsschutz. Die Teile 1 und 2 liefern umfassende Informationen sowie hilfreiche Leitfäden zum feuerverzinkungsgerechten Konstruieren und zur Haltbarkeit verzinkter Artikel unter den verschiedensten Korrosionsbelastungen. Teil 3 beschäftigt sich mit dem Sherardisieren, einem Verzinkungsverfahren für Kleinteile. 

Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Duplex-Systemen, wird auf die jeweils aktuellsten geltenden Euronormen bzw. internationalen Normen verwiesen, in denen diese Systeme geregelt sind:
- DIN EN ISO 12944 „Beschichtungsstoffe – Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme“,
- EN 13438 „Beschichtungsstoffe – Pulverbeschichtungen für verzinkte oder sherardisierte Stahlerzeugnisse für Bauzwecke“ und
- EN 15773 „Industrielle Pulverbeschichtung von feuerverzinkten und sherardisierten Gegenständen aus Stahl (Duplex-Systeme) – Spezifikationen, Empfehlungen und Leitlinien“.

Teil 1: Allgemeine Konstruktionsgrundsätze und Korrosionsbeständigkeit
Der Normenteil 1 enthält aktualisierte Angaben zur Haltbarkeit von Zinküberzügen unter atmosphärischen Umwelteinflüssen und führt eine erweiterte Korrosionskategorie CX für stark aggressive Umgebungen ein, z. B. Räume ohne Lüftung mit Produktionsprozess bedingter hoher Luftverunreinigung. Die langen Korrosionsschutzbeständigkeits-Tabellen in der 1999er-Ausgabe der Norm wurden in der aktualisierten Fassung von 2010 zu einer Tabelle zusammengefasst. Die Dauer bis zur ersten Wartungsfälligkeit der verschiedenen Systeme unter einer gegebenen Korrosionsbelastung wurde zur besseren Übersichtlichkeit in Kategorien unterteilt. Neben der Mindest- und Höchsthaltbarkeit (in Jahren) wird auch eine allgemeinere Klassifizierung (niederig, mittel, hoch usw.) angegeben, die einen schnellen Überblick erlaubt (siehe Tabelle 1). Die Angaben zur Haltbarkeit von Zinküberzügen in Kontakt mit Böden und Wässern wurden erweitert und um zusätzliche Angaben zur  Haltbarkeit ähnlicher Überzüge unter Kontakt mit Chemikalien, hohen Temperaturen, Beton, Holz und Bimetallen ergänzt. Diese Informationen erleichtern den Nutzern der Norm die voraussichtliche Haltbarkeit der Überzüge unter bestimmten Belastungen einzuschätzen (siehe Tabelle 2). Die überarbeitete Norm schließt mit einem Kommentar zum Einsatz von Kurzzeit-Testverfahren zur Prognose der Haltbarkeit von  Zinküberzügen in der Praxis und kommt zu dem Fazit, dass solche „Schnelltests“ für Prognosen zum Korrosionsschutz ungeeignet sind.

Teil 2: Feuerverzinken
Der Normteil 2 enthält in der aktuellen Fassung erweiterte Hinweise zum Feuerverzinken, darunter zahlreiche Abbildungen zum verzinkungsgerechten Konstruieren aus der 1999er-Ausgabe der Norm. Daneben wurden weitere Ausführungen zum Einfluss des Verzinkungsgutes auf die Qualität der Feuerverzinkung aufgenommen. So wurden beispielsweise Informationen über die Auswirkungen der Oberflächenrauheit und der chemischen Zusammensetzung des Stahls auf die Schichtbildung beim Feuerverzinken in die überarbeitete Norm integriert. Weitere Abschnitte beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Spannungen im Verzinkungsgut sowie den Auswirkungen des Feuerverzinkungsprozesses auf das Verzinkungsgut.

Fazit
Die neue DIN EN ISO 14713 bietet im Vergleich zur alten Norm eine Fülle von wertvollen Informationen für die Nutzer und ist eine echte Hilfe in der Praxis.

Backgrounder:
Der Industrieverband Feuerverzinken e.V. und seine Serviceorganisation, das Institut Feuerverzinken GmbH, vertreten die deutsche Stückverzinkungsindustrie, die im Jahr 2008 ca. 1,4 Mio. t Stahl stückverzinkt hat. Wichtige Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken sind u. a. Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik und der Fahrzeugbau. Weitere Informationen zum Feuerverzinken unter: www.feuerverzinken.com.