Wirtschaftsakteure begrüßen Start des BMWE-Stakeholderdialogs

Wirtschaftsakteure begrüßen Start des BMWE-Stakeholderdialogs
Wir, ein Bündnis aus 23 Wirtschaftsverbänden und Netzwerken der energieintensiven Industrie, des Mittelstands und der GreenTech-Wirtschaft, begrüßen ausdrücklich den Stakeholderdialog „Modernisierung der Prozesswärme“ und werden diesen so weit wie möglich unterstützen. Er kommt zur richtigen Zeit – inmitten zunehmender wirtschaftlicher und geopolitscher Herausforderungen. Die Bundesregierung muss daher kluge Rahmenbedingungen schaffen, die es der Industrie ermöglichen, ihre begonnenen Investitionen in den Umbau ihrer Prozesswärmeversorgung entschlossen zum Erfolg zu führen – für Standortsicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit.
Warum jetzt gehandelt werden muss
Die industrielle Prozesswärme macht zwei Drittel des industriellen Endenergiebedarfs aus, wird aber noch zu über 75 % fossil bereitgestellt. Unternehmen wollen ihre fossilen Abhängigkeiten reduzieren und ihre Prozesswärmeversorgung dekarbonisieren – insbesondere hohe Energiepreise, die zu einem Verlagerungsrisiko beitragen, fehlende Netzanschlusskapazitäten und langwierige Netzanschlussverfahren, die Projekte um mehrere Jahre verzögern, mangelnde Planungssicherheit, das unsichere und unzureichende bürokratische Förderregime, Investitionsrisiken sowie fehlende Orientierung über Technologiealternativen.
Es müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden, da zahlreiche Industrieunternehmen in den kommenden Jahren in neue Anlagen investieren, die teils jahrzehntelange Lebensdauern haben.
Dabei ist die industrielle Wärmewende nicht nur eine Herausforderung für die deutsche Industrie, sondern auch ihre große Chance. Analysen zeigen: Neben möglichen Energieeinsparpotenzialen von bis zu 18,7 Mrd. € pro Jahr, sind auch ein Marktvolumen des heimischen Markts für saubere Prozesswärmelösungen von jährlich 91 Mrd. € und nahezu eine Million neue Arbeitsplätze bis 2050 realistisch – eine Steigerung um den Faktor 18.
Unsere Empfehlung
Der Dialogprozess muss in einer klaren politischen Strategie mit verbindlichen Maßnahmen münden. Diese müssen dem Anspruch gerecht werden, die Investitionsbarrieren der Prozesswärmedekarbonisierung zielstrebig zu adressieren und aufzulösen, um langfristiges industrielles Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Strategie muss neben einem ausreichend und bezahlbaren Energieangebot die Bandbreite industrieller Temperaturniveaus, Unternehmensgrößen und branchenspezifischer Transformationspfade – von Wärmerückgewinnung, Direktelektrifizierung mit Einsatz von Wärmepumpen und weiteren Power-to-Heat-Anlagen in Kombination mit Speichern bis zur Nutzung von Wasserstoff, Biomasse und Abwärme – gerecht werden. Sie müssen die branchen- und produktionsspezifischen Herausforderungen berücksichtigen und für den industriellen Mittelstand ebenso tragfähig und zugänglich sein wie für Großunternehmen. Die Maßnahmen müssen bürokratiearm ausgestaltet werden. Die Maßnahmen müssen mit einem verbindlichen Zeitplan hinterlegt werden, der auf die branchenspezifischen Investitionszyklen der Industrie abgestimmt ist und drohende Produktionsverlagerungen abwendet.
Unterstützungsangebot
Wir begrüßen das Dialogformat mit der Bundesregierung. Unser Bündnis steht bereit, seine Expertise und Praxiserfahrungen einzubringen, um gemeinsam tragfähige, zukunftssichere Lösungen zu entwickeln. Wir würden uns freuen, zu den jeweiligen Veranstaltungen des Stakeholder-Dialogs und darüber hinaus zu vertiefenden, branchenspezifischen Hintergrundgesprächen eingeladen zu werden, um gemeinsam eine klare und verlässliche Strategie für die erfolgreiche Transformation der Prozesswärme zu gestalten.
Christian Noll Geschäftsführender Vorstand, DENEFF e.V.
Andreas Gürtler Foundation Director, European Industrial Insulation Foundation
Dr.-Ing. Dietmar Kestner Geschäftsführer, VAIS Verband für Anlagentechnik und IndustrieService e.V.
Matthias Krülls Leiter Energiepolitik, HDE Handelsverband Deutschland e.V.
Tilmann Vahle Executive Direktor, Tech For Net Zero
Christiane Nelles Hauptgeschäftsführerin, Bundesverband Glasindustrie e.V.
Tobias Schäfer Hauptgeschäftsführer, Bundesverband Feuerverzinken e.V.
Tobias Schuhmacher Hauptgeschäftsführer, Verband deutscher Großbäckereien e.V.
Sabine Nallinger Vorständin, Stiftung Klimawirtschaft
Urban Windelen Geschäftsführer, Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V.
Julia Eckey Geschäftsführerin, Klimaschutz-Unternehmen e.V.
Dr. Martin Theuringer Hauptgeschäftsführer, Bundesverband der deutschen Gießerei-Industrie e.V.
Gregor Dilger Geschäftsführer, Bundesverband Geothermie e.V.
Holger Eichele Hauptgeschäftsführer, Deutscher Brauer-Bund e.V.
Dr. Björn Schreinermacher stellv. Geschäftsführer, Bundesverband Wärmepumpe e.V.
Dr. Björn Börgermann Hauptgeschäftsführer, Milchindustrie-Verband e.V.
Andreas Schumacher Hauptgeschäftsführer, Deutscher Textilreinigungs-Verband DTV e.V.
Peter Feller stellv. Hauptgeschäftsführer, Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V.
Dr. Dennis Rendschmidt Geschäftsführer, VDMA Power Systems
Dr.-Ing. Timo Würz Geschäftsführer, VDMA Metallurgy & Thermoprocessing
Matthias Belitz Bereichsleiter Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz, Verband der Chemischen Industrie e.V.
Ursula Heinen-Esser Präsidentin, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.
Wolfgang Weber Vorsitzender der Geschäftsführung, ZVEI e.V.
Über den Bundesverband Feuerverzinken e.V.
Der Bundesverband Feuerverzinken e.V. (BVF) ist die zentrale Interessenvertretung der deutschen Feuerverzinkungsindustrie. Zu seinen Mitgliedern zählen rund 120 mittelständisch geprägte Unternehmen mit insgesamt etwa 35.000 Beschäftigten, die jährlich knapp 2 Millionen Tonnen Stahl durch Feuerverzinken vor Korrosion schützen oder als Zulieferer der Branche tätig sind. Der BVF setzt sich wirtschaftlich, technisch und politisch für die Belange der Branche ein und fördert Innovation und Nachhaltigkeit.
Ansprechpartner
Oliver Pickartz
Leiter Branchenkommunikation
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