Mittelstandstransformationsfonds (MTF)

Der deutsche Mittelstand zahlt über CO₂-Abgaben hohe Summen in den Klima- und Transformationsfonds ein. Dieser Fonds fördert jedoch fast ausschließlich Großindustrien. Der Mittelstandstransformationsfonds (MTF) soll dieses Ungleichgewicht aufheben und den Mittelstand transformationsfähig machen.

Der industrielle Mittelstand in Deutschland steht unter erheblichem Druck: dauerhaft hohe Energiepreise, steigende CO₂-Kosten, zunehmende regulatorische Anforderungen und schwer zugängliche Förderinstrumente führen zu Investitionszurückhaltung und Wettbewerbsnachteilen im europäischen Vergleich. Besonders betroffen sind energieintensive mittelständische Industrieunternehmen, die für die Transformation zu klimaneutralen Prozessen hohe Vorabinvestitionen stemmen müssen, während ihre finanziellen Spielräume begrenzt sind.

Der Mittelstandstransformationsfonds (MTF) setzt genau hier an. Ziel ist es, den industriellen Mittelstand gezielt bei der energetischen Transformation zu unterstützen – insbesondere beim Wechsel von fossilen Energieträgern, wie Erdgas, hin zu elektrifizierten, klimafreundlichen Technologien. Der Fonds soll Investitionen beschleunigen, Risiken senken und Planungssicherheit schaffen, damit Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und gleichzeitig zu den Klimazielen beitragen können.

Was wird gefördert?

Der MTF konzentriert sich auf wenige, zentrale Transformationshebel:

  • Elektrifizierung der industriellen Prozesswärme
  • Modernisierung und Umstellung bestehender Industrieanlagen (inkl. Hybridlösungen)
  • Energieeffizienzmaßnahmen im Zuge der Elektrifizierung
  • Elektrizitätsseitige Infrastruktur, z. B. Netzanschlüsse

Wie funktioniert die Finanzierung?

Der Fonds ist mehrjährig angelegt und wird außerhalb des klassischen Haushalts finanziert – vor allem aus:

  • Einnahmen aus dem nationalen CO₂-Preis (BEHG),
  • Mitteln des Klima- und Transformationsfonds (KTF),
  • perspektivisch auch aus dem europäischen Emissionshandel (ETS 2).

Damit entsteht ein geschlossener Transformationskreislauf: Unternehmen zahlen CO₂-Abgaben und erhalten diese Mittel gezielt für Investitionen in ihre eigene Dekarbonisierung zurück.

Für wen ist der Fonds gedacht?

Antragsberechtigt sind mittelständische Industrie- und Mid-Cap-Unternehmen, orientiert an der einzelnen Industrieanlage (bis 3 MW Prozesswärmeleistung), nicht an der Gesamtgröße des Unternehmens. Auch Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in industriellen Wertschöpfungsketten sind einbezogen.

Einfach, digital, investitionswirksam

Das Antragsverfahren soll vollständig digital, mittelstandsfreundlich und zügig ausgestaltet sein:

  • Bearbeitungszeit: max. drei Monate
  • Fördervolumen: 50.000 bis 5 Mio. Euro
  • Förderquote: bis zu 50 % der förderfähigen Kosten

So werden Investitionshemmnisse abgebaut und private Investitionen gezielt mobilisiert.

Kernaussage

Der Mittelstandstransformationsfonds ist ein zentrales industrie- und klimapolitisches Instrument, um die Transformation nicht gegen, sondern gemeinsam mit dem industriellen Mittelstand zu gestalten. Er verbindet Klimaschutz mit Wettbewerbsfähigkeit, schafft Fairness bei CO₂-Belastungen und ermöglicht eine wirtschaftlich tragfähige Transformation des industriellen Kerns Deutschlands.

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Gökdeniz Demir
Leiter Hauptstadtbüro

goekdeniz.demir@feuerverzinken.com